Die Damnatio memoriae
Über die Vernichtung von Erinnerung – Eine Fallstudie zu Publius Septimius Geta (189–211 n. Chr.)
von Florian Krüpe
Das Buch
»Er grollte auch den Steinen, weil sie einstmals seine Statuen getragen hatten, und ließ die Münzen mit seinem Bilde einschmelzen…« (Cassius Dio)
Die Bedeutung des Publius Septimius Geta liegt nicht in seiner Biographie, seiner »Karriere« zum Princeps oder einer mehr oder minder erfolgreichen Regentschaft begründet, sondern in den Folgen eines jahrelangen Bruderzwistes und eines etwa neunmonatigen, chaotischen Interregnums, an dessen Ende ihn sein Bruder Caracalla unter brutalen Umständen ermorden ließ. Denn daraufhin verhängte dieser jene Memoriastrafe über ihn, die gemäß der opinio communis als damnatio memoriaebezeichnet wird.
Die vorliegende Studie analysiert in einem ersten Abschnitt den Forschungsstand und die juristischen Grundlagen dieser typisch römischen Ausformung einer antiken Memoriastrafe und widmet sich dann in einem chronologischen Durchgang ausgewählten Einzelfällen, die eine Weiterentwicklung des Verfahrens erkennen lassen.
Getas damnatio memoriae, die in vielerlei Hinsicht exzeptionell für die römische Kaiserzeit und die Dynastie der Severer ist, steht im Mittelpunkt des systematischen zweiten Teils. Sie fußt auf einer intensiven Analyse des epigraphischen und papyrologischen Materials und wird exemplarisch zeigen, daß die »Vernichtung von Erinnerung« nicht unbedingt das Ziel der herrschenden Autoritäten war – sehr wohl aber der Eingriff in das kollektive Gedächtnis eines multiethnischen Vielvölkersstaates und die Befriedigung persönlicher Rachegelüste.
Inhaltsverzeichnis
Besprechungen
- Achim Lichtenberger, H-Soz-U-Kult (31.10.2011), http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-4-077 (PDF-Fassung: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-4-077.pdf)
- Jochen Lückoff, Bryn Mawr Classical Review (05.03.2012), http://bmcr.brynmawr.edu/2012/2012-03-05.html (zuletzt gesehen am 05.03.2012)
- Michael Rathmann, sehepunkte 12 (2012), Nr. 3 (15.03.2012), http://www.sehepunkte.de /2012/03/20489.html (zuletzt gesehen am 15.03.2012)
- Ulrich Lambrecht, Gymnasium 119.5 (2012), 507–508
- Jens Gering, FeRA 19 (2012), 24–28, http://s145739614.online.de/fera/ausgabe19/Gering.pdf (zuletzt gesehen am 29.12.2012)
- Stéphane Benoit, Histara 2013-01-10, http://histara.sorbonne.fr/cr.php?cr=1666 (zuletzt gesehen am 10.01.2013)
- Anne de Pury-Gysel, Museum Helveticum 70.1 (2013), 114–115
- Karlheinz Dietz, Klio 96.1 (2014), 337 ff. [non vidi]
Der Autor
Florian Krüpe, Jahrgang 1973 studierte Alte Geschichte, Klassische Archäologie und Neuere Geschichte. Der Magisterarbeit über den römischen Kaiser als Leichenredner folgte als Promotion die vorliegende Studie. Die Römische Kaiserzeit mitsamt ihren zahlreichen Facetten gehört ebenso zu seinen Forschungsinteressen wie aktuelle EDV-Projekte in den Geschichtswissenschaften. Der Autor ist Akademischer Rat am Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften der Philipps-Universität Marburg.
Die Zahlen
- ISBN: 978-3-940598-01-1
- Gebunden, Fadenheftung
- Maße: 17 cm x 24 cm
- 336 S. mit 33 Abbildungen
- Erscheinungsdatum: 06. Juli 2011
- Preis: 78,00 € inkl. Ust. (Veersand portofrei in D; in die EU, nach Europa oder in die Welt zzgl. Porto)
- Zu bestellen: direkt im Verlag oder in jeder gut sortierten Buchhandlung
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.